Meine Meinung zu Rust - Ungeschminkt
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Das Gute

Fairerweise - Rust hat Stärken:

  • Makros: Erinnern an Lisp. Flexibel und mächtig.
  • Traits und Enums: Sum-Types mit Pattern Matching. Stark.
  • Standardbibliothek: Strings als UTF-8. Gut gemacht.
  • Mutabilität: Die explizite Unterscheidung hilft bei der Lesbarkeit.
  • Unsafe und Panic: Unsafe ist wie FFI. Panic erzwingt explizite Fehlerbehandlung.

Steile Lernkurve

Ownership ist innovativ, aber komplex. Borrowing, Lifetimes, Ownership - für erfahrene Entwickler eine Herausforderung. Der Borrow Checker frustriert, besonders wenn du von Python oder JavaScript kommst.

Entwicklungsgeschwindigkeit

Die Compile-Zeit-Checks machen Code sicherer. Aber sie kosten Zeit. Wenn du schnell iterieren willst, kann Rust im Weg stehen. Für Prototyping nicht ideal.

Ökosystem

Wächst, aber nicht so ausgereift wie C++ oder Java. Weniger Bibliotheken, mehr Boilerplate, mehr Suche nach zuverlässigen Dependencies.

Community

Lebendig und hilfsbereit, aber manchmal exklusiv. Die steile Lernkurve und der technische Jargon können Neueinsteiger abschrecken. Fühlt sich manchmal wie ein Eliteclub an.

Async-Chaos

Keine eingebaute Runtime. Das führt zu “gefärbten Funktionen” - async und sync mischen ist hässlich. Keine einheitliche Strategie, viel Fragmentierung. Mit Iteratoren wird’s richtig unübersichtlich.

Syntaktischer Zucker

Der Compiler fügt automatisch Dereferenzierungen, Kopien und Drops ein. Klingt gut, führt aber zu verwirrenden Fehlermeldungen. Der Compiler beschwert sich über Code, den er selbst generiert hat. Je mehr Magie, desto steiler die Lernkurve.

Allzwecksprache?

Rust ist eine Systemprogrammiersprache. Aber Leute bauen damit Webapps und CLI-Tools. Das verwässert den Fokus. Für allgemeine Programmierung sind Go, Erlang oder Haskell oft produktiver - dank Garbage Collection und Green Threads.

Fazit

Rust hat Verdienste. Einzigartige Vorteile bei speichersicherer Programmierung. Aber es ist nicht immer das richtige Werkzeug. Pragmatismus ist wichtig. Balance ist, wie immer, der Schlüssel.